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Rinpoche in Polen 1997

 

Zur Zeit des Tathagata Ratnagarbha trafen die vier Söhne Raja Chakravarty’s (Amitabha, Aryaavalokitesvara, Vajrapani & Nuden Dorje) den Tathagata und nahmen die Bodhicitta Gelübte. Nuden Dorje, ein kraftvoller Yogi, wurde zum spirituellem Herrscher über die drei Bereiche und er betete: Bis daß die Lehren der tausend zukünftigen Buddhas zu einem Ende kommen, mögen meine Emanationen ohne Unterbrechung erscheinen, um den Wesen zu nutzen.

 

Nach tausend Jahren inkarnierte sich Nuden Dorje als Shariputra, einer der Hauptschüler Buddha Shakjamunis. Später nahm er Geburt als Humkara, einer der 8 Mahasiddhas und Hauptschüler von Karma Indradevi, an. Zur Zeit des grossen Guru Padmasambhavas war er einer der 25 Hauptschüler Guru Rinpoches, mit dem Namen Khyeuchung Lotsawa. Gemeinsam mit Yeshe Tsogyal war er ständiger Begleiter des Gurus und erhielt viele Einweihungen von ihm.

Später inkarnierte er sich viele Male, zum Beispiel als Gyalwa Thondup, Hauptschüler Machig Lapdröns; Namgyal Gonpo, Sohn Rigdzin Godem’s (der Entdecker des Byangter/Nördlichen Schatzes); Mahasiddha Sangye Palzang; Mahasiddha Tongcho Raspa; Mahasiddha Kunga Bumpa; gTer-ston Chhenpo bDuddol Dorje und Tag Sam Nuden Dorje - um nur einige der wichtigsten zu nennen.

Der Weisung Padmasambhavas entsprechend manifestierte sich Nuden Dorje im 19 Jahrhundert gleichzeitig in zwei grossen Inkarnationen, um so den Wesen von noch größerem Nutzen zu sein.: als Khordong Terchen Nuden Dorje Drophang Lingpa und als Dudjom Dorje. Auf letzteren begründet sich die Linie Dudjom Rinpoche’s. Nuden Dorje Drophang Ling war ein großer Schatzentdecker und fügte seine Termas den bisher in Khordong gelehrten Byangter-Lehren hinzu.

Das Khordong Kloster wurde von Sherab Membar, der aus dem Byangter-Mutter-Kloster Dorje Drak kam, erbaut. Es wurde entsprechend Padmasambavas Instruktionen und den Vorhersagen des fünften Dalai Lamas an einem bereits von Praktizierenden gesegnetem Ort errichtet. Später nannte Nuden Dorje Drophang Ling es „Thubtan Evam gSang Ngak Chhos-kor rNam rGyal gLing von Khor-Dong„

Khordong Gompa befindet sich in Ost Tibet/Kham. Diese Region wird heute der chinesischen Provinz Sichuan zugeordnet und liegt etwa 360 km westlich von Chengdu. Nuden Dorje’s Schüler errichteten noch 11 weitere solche Klöster in Ost-Tibet.

tn_001_jpgChhimed Rigdzin Rinpoche gilt als die Emanation von Khyeuchung Lotsawa’s Körper, Nanam Dorje Dudjom’s Rede und Padmasambhava’s Geist. Rinpoche wurde als die vierte Inkarnation von Nuden Dorje Drophang Ling an einem Vollmondtag des fünften Monats (Juni/Juli) im Wasser-Hund-Jahr (1922) geboren.

Im Alter von vier Jahren wurde er, von 9 hohen Rinpoche’s (Zhichen Ogyan Chemchog, Tertön Sogyal, Evam Tertön, Do Khetse, Sakya Tridzin, Jogchhen Pema Rigdzin, Minling Trichen, Panchen Ertini, 13th Dalai Lama) offiziell als Nuden Dorje’s Reinkarnation anerkannt und im Khordong Kloster inthronisiert.

Bereits im Kindesalter zeigte er viele Zeichen von Verwirklichung und Siddhi. So hinterließ er zum Beispiel mit drei Jahren einen Fußabdruck in einem Fels und entkam, auf unerklärliche Weise aus verschlossenen Räumen. Einmal soll er einen Kessel einen halben Kilometer weit geworfen haben, ohne dass dieser beschädigt wurde. Außerdem heisst es, dass er viele Weissagungen machte und, was immer er sagte, traf ein.

Mit 9 Jahren fand er sein erstes Terma, einen Zyklus der Lehren Yamantaka’s.

Im Alter von 10 Jahren unternahm er eine zweijährige Pilgerreise und bekam Einweihungen von Rigdzin Chhenpo Nyamnyid Dorje (die 9. Inkarnation von Rigdzin Godem und Hauptlama des Byangter-Mutter-Klosters Dorje Drag) und anderen hohen Lamas.

Zurück in seinem Kloster setzte er sein Studium unter Tulku Tsorlo, Bane Tulku Orgyan Tanzin, Khenpo Sangthar, Yakhe Khenpo Lodro, Tulku Chokyi Gyaltsan, Khenpo Jigme und anderen grossen Lamas dieser Zeit fort. Dieses Studium umfasste unter anderem die Bereiche Philosophie, Medizin, Logik, Grammatik, Mandala, Astronomie und Astrologie. Unter Tulku Tsurlo, seinem Hauptlehrer, studierte er vorwiegend Tantra und Dzogchen.

Nachdem Rinpoche seine Studien mit dem Grad eines Dorje Lopon beendet hatte, machte Tulku Tsorlo Vorhersagen über das Leben Rinpoches und gab ihm Anweisungen für seinen weiteren Weg.

RinpocheEntsprechend diesen Anweisungen verließ Rinpoche im Alter von 19 Jahren sein Kloster als wandernder Yogi und machte eine ausgedehnte Pilgerreise zu den heiligen buddhistischen Stätten in Tibet, Nepal, Indien, Sikkhim und Buthan. In Tso Pema absolvierte er ein traditionelles Drei-Jahres-Retreat.

Während dieser Zeit lernte Rinpoche auch seine Frau kennen, mit der er sechs Kinder hatte. Heute leben leider nur noch vier von ihnen: seine beiden Töchter, Norzin und Niese und seine beiden Söhne, Migmed und Ugen. Beide Söhne wurden im Kindesalter als Tulkus (Reinkarnationen hoher Lamas) erkannt. So wurde Migmed Dorje vom 16. Gyalwa Karmapa als Reinkarnation eines Kagyu Lama und Ugen Chemchog, wie von Dudjom Rinpoche bestätigt, als Reinkarnation eines Nyingma Lamas des Shugchung Klosters erkannt.

Von 1954 bis 1987 war Rinpoche als Lehrer und Direktor für indo-tibetische Studien an der Visva-Bharati Universität in Santiniketan/West-Bengalen, die von dem grossen Dichter und Philosophen Rabindranath Tagore gegründet wurde, tätig. Dort lehrte er Tibetische Sprache und Literatur, wie auch Buddhistische Philosophie und Praxis.

Viele von Rinpoches früheren Schülern haben in dieser Zeit bei ihm studiert. Einer der wohl Bedeutendsten ist Tulku Thondup. Heute lehren diese Schüler, wie z.B. James Low, Martin Boord und Uli Loserie, selbst und schreiben Bücher, Texte und Kommentare, die westlichen Schülern den tibetischen Buddhismus näher bringen und ihnen helfen den Dharma besser zu verstehen und zu praktizieren.

Gemeinsam mit diesen Schülern und anderen hohen Lamas, gründete Rinpoche 1961, unter der Schirmherrschaft von Dudjom Rinpoche, die C. R. Society. Diese Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gestellt, die Lehre Padmasambhavas zu erhalten, zu pflegen und zu verbreiten. In diesem Rahmen wurden unter anderem viele wichtige Dharmatexte übersetzt und vervielfältigt. Zudem wurden Räume für Studium und Praxis geschaffen.

Darüber hinaus half er in dieser Zeit vielen tibetischen Flüchtlingen in Indien Fuß zu fassen, lehrte als Gastdozent an verschiedenen Universitäten in Europa und arbeitete mit diversen Gelehrten (Prof. Tucci, Prof. Hoffman etc.) zusammen.

Nach seinem Ruhestand 1987 zog er mit seiner Familie nach Shivmandir/Silliguri. Von da an bereiste er regelmäßig Amerika und Europa. Selbst so abgelegene Orte wie Island, Slowenien, Finnland und Estland waren ihm nicht zu weit, und es entwickelte sich eine feste Gemeinschaft von Praktizierenden (Sangha) um ihn herum.

Er begann die Khordong Linie, die hauptsächlich aus dem Byangter Zyklus und den Terma-Schätzen der Khordong Tulkus wie Nuden Dorje, Gonpo Wangyal, Chhimed Rigdzin etc. besteht, an seine westlichen Schüler zu übertragen. Rinpoches Schüler schätzen nicht nur seine speziellen und individuellen Lehrmethoden, sondern auch seine Fähigkeiten als Heiler, selbst in scheinbar ausweglosen Situationen.

Damit Studenten verschiedener Länder gemeinsam in der Vajra Sprache Guru Rinpoches praktizieren können, entwickelte er eine Lautschrift, die von allen gelesen und durch einen Untertitel (Übersetzung) von jedem verstanden werden konnte. Immer noch war der Tertön und Siddha ein großer Übersetzer!

In einigen Ländern gründeten sich Vereine, wie z.B. der gemeinnützige Khordong Verein in Deutschland, welcher bis heute Dharmaprojekte organisiert und unterstützt.

Im Alter von 62 Jahren (1985) machte Rinpoche eine Reise nach Tibet. Entsprechend der Vorhersagen brachte er nun einen grossen Zyklus von Einweihungen an den Ort zurück, den er mit neunzehn Jahren auf Anweisung seines Lehrers verlassen hatte.

Zu dieser Zeit bestand der größte Teil des Klosters nur noch aus Ruinen, die die ‚Kulturrevolution’ hinterlassen hatte. Doch durch die Weitsicht seines Lehrers waren zwar die Gebäude zerstört, doch die Linie der Lehren nicht. Er besuchte auch sein Shugchung und Bane Kloster. Sie waren ebenfalls zerstört.

 

1990 machte Rinpoche eine weitere Reise nach Tibet. Unter anderem enthüllte er dort zwei neue Termas zu den Heruka und Mahakala Sadhanas und Tantras. rinklos3Auch danach sollte er noch weitere Termas entdecken.

1995 erwarb die C.R. Society, durch Spenden der Sangha, ein großes Stück Land in West-Bengalen/Indien, auf dem, unter Rinpoches Anleitung, ein traditionelles tibetisches Kloster errichtet wurde.

Im selben Jahr bekam Rinpoche in Polen ebenfalls ein Stück Land geschenkt, welches er dem polnischen Sangha-Verein übertrug. Dort wurde, entsprechend seinem Wunsch, das Dharmazentrum Drophang Ling erbaut. In beiden gesegneten Zentren wird heute entsprechend der Linie gelehrt und praktiziert.

Darüber hinaus gibt es in verschiedenen Ländern Gruppen die sich regelmäßig treffen, um gemeinsam im Strom des Segens dieser kraftvollen Linie zu meditieren und zu praktizieren.

Für viele Länder, in denen solche Praxisgruppen existieren, hat Rinpoche Regenten eingesetzt, die in seiner Abwesenheit die Sangha leiten, stützen und stärken sollen. Tulku Ugen Chemchog wurde von Rinpoche zum Hauptregenten im Allgemeinen und Jomo Gudrun, Rinpoches langjährige Schülerin, zur Hauptregentin für Europa ernannt.

Auch einige Tulku-Inkarnationen wurden durch Rinpoche erkannt. Zum Beispiel Tulku Chökyi Gyaltsen, ein sechsjähriger polnischer Junge, der die Reinkarnation des gleichnamigen Lehrers von Rinpoche ist und einmal die Leitung des polnischen Dharmazentrums Drophang Ling übernehmen soll.

Am 14. Juni 2002 ließ Rinpoche seinen sterblichen Körper zurück. Wie sein Leben voller Kraft und Wunder war, war auch sein Tod von vielen Zeichen seiner Verwirklichung begleitet. Sein Körper wurde auf dem Klostergelände in Indien verbrannt und ein Teil der Asche wurde, überall auf der Welt, in Flüsse geschüttet, um auf diese Weise den Segen seines Körpers zu verbreiten. In seinem Kloster in Tibet und Indien wurden Chörten’s (buddhistische Monumente) gebaut, die mit seinen Reliquien und vielen segensreichen, wertvollen Objekten gefüllt wurden und als Manifestation des Buddhageistes zu einem Kraftplatz und Pilgerort geworden sind.

Auch wenn der Segen der Linie stark ist und wir reichlich beschenkt wurden, sehnen wir uns doch sehr nach der Rückkehr unseres Meisters und Lehrers.

 

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OM SOTI

LA MED TSO KYE GYAL WAI RING LUG CHOG

KA TER MIN DROL ME NGAG SAM MI KHYAB

PEL DZE CHI WA MED PAI RIG DZIN JE

YANG TRUL NYUR JON DZAD THRIN LHUN DRUB SHOG

Wunderbar! Chhimed Rigdzin, der Du die unbegreiflichen Instruktionen der Einweihungen und Belehrungen von Buddhas mündlicher Linie und der verborgenen Schätze lehrst, die der uralten Tradition des unübertroffenen, lotusgeborenen Buddhas angehören. Möge Deine Tulku-Inkarnation schnell erscheinen und mögen alle Aktivitäten spontan verwirklicht werden.

 

Geschrieben von Anne Wanitschek für den Rundbrief 2006

 

 

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